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Marche

Viel mehr als Verdicchio.  

Die Region mit ihrer Hauptstadt Ancona besteht aus einer rund 170 Kilometer langen Küste an der Adria und vorwiegend aus einer sanft gewellten Hügellandschaft, die aber schon zum Apenninmassiv gehört. Die rund 25.000 Hektar Anbauflächen liegen hauptsächlich im hügeligen Hinterland und nur vereinzelt in Küstennähe.
Schon die Kelten und später die Etrusker betrieben hier Weinbau. Im 3. Jh. v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet. Der römische Weinautor Plinius der Ältere (23–79 v. Chr.) erwähnte den antiken Wein Praetutium aus Ancona. Angeblich soll der West- gotenkönig Alarich (370–410 n. Chr.) beim Zug gegen Rom seine Truppen mit dem Weißwein Verdicchio gestärkt haben.

Das Meer und das im Westen liegende Gebirge des toskanischen Apennins schaffen ein kühles, gemäßigtes Klima mit warmen, trockenen Sommern. Die Weingärten liegen fast ausschließlich auf Hängen mit oft lehmhaltigem Boden. Zu je der Hälfte werden Rotweine und Weißweine erzeugt. Einige von ihnen scheinen der Sanftheit der Landschaft in besonderem Maße angepasst. Die bekanntesten sind sicherlich der Verdicchio dei Castelli di Jesi und der Verdicchio di Matelica.


 



Nördlich von Ancona wächst zudem die Rotwein- Spezialität Lacrima (Träne) di Morro D’Alba. Ihr eigen ist ein aparter, würziger Duft, der mit straffen Gerbstoffen harmoniert und selbst bei erfahrenen Weintrinkern für Aha-Erlebnisse sorgt. Er macht sich als trockener Wein, aber auch als roter Süßwein sehr gut. Der zweite wichtige Rotwein, der Rosso Piceno, darf fast überall angebaut werden. Nur im südlichen Teil der Marken trägt er die Bezeichnung Superiore.
Aus den Marken stammen übrigens die Vorfahren der drei berühmten Weinbaufamilien Catena Zapata (Argentinien), Gallo und Mondavi (Kalifornien), die auf den amerikanischen Kontinent auswanderten und Weinbauimperien begründeten.