Winefinder

Italien neu entdecken.

Regionen

Italien neu entdecken.

Im Rythmus des Weins.

Nicolis
Nicolis

„Giuseppe wartet auf Dich“, ruft Natalia Nicolis und lächelt. Ihr Gesicht ist mit Lachfalten überzogen. „Schau Alessandro, mein Gesicht ist wie die Valpolicella. Hügel und Täler, die im Licht der Sonne immer neue, faszinierende Bilder zaubern.“
Das ist es, was die Valpolicella auszeichnet: eine Moränenlandschaft, die lehmige Erde und Kalkstein in immer wieder neuen Mischverhältnissen kombiniert hat. Das ideale Terrain für ambitionierten Weinbau.

Die Nicolis wissen ihr Leben zu schätzen. Es ist ja die Zeit und wie man Zeit gestaltet. Bei Menschen wie bei der Weinveredelung. Ihr verstorbener Mann Angelo baute nach dem Zweiten Weltkrieg das Weingut auf und legte den Grundstein für die fantastischen Ergebnisse, die in familiärer Arbeitsteilung entstehen. Zwei ihrer acht Kinder haben den elterlichen Betrieb übernommen. Giancarlo, der Agronom und Giuseppe, der Önologe. Brüder, Kollegen, ja, aber vor allem gestandene Spezialisten. Seit sie laufen können, streifen sie durch das heimische Weingut und leben im Rhythmus der Weinarbeit. „Wir leben hier mitten im Wein, unsere Familien, unsere Mitarbeiter. Mit den vielen Menschen und der Natur fair umzugehen, erhöht unsere Lebensqualität. Wir wissen, wie hier alles duftet. Wir schmecken Veränderung. Das ist alles der Wein“, sagt Giancarlo. „Auch die Eichen. Oder die wilden Brombeeren. Quasi Kollegen.“


 



Ich gehe zurück zum Hof, da Giuseppe schon auf mich wartet, um mir sein Reich zu zeigen: der Keller, das Herz des Weingutes und Schatzkammer zugleich. „Hier veredeln wir die Geschenke des Landes zu unserem Wein. Du kennst ja die ganzen Prozesse. Komm, komm, den hier musst Du probieren!“ Man glaubt Giuseppes Augen im Halbdunkel des Kellers leuchten zu sehen. Oder ist es der Wein, den er grad in große Gläser eingelassen hat? Was dann meine Sinne erfreut, ist der beste Amarone, den ich je verkostet habe.

Dann ist der Valpolicella dran: ein kompromissloser Geschmack und vor allem ein perfekt definiertes Bouquet. Nichts ist zuviel. „Da braucht man Zeit und Erfahrung, um den so hinzukriegen. Viele vergessen leider, der Corvina das richtige Gewand anzulegen.“

 

Wer hier groß wird, hofft, vom Paradies nicht enttäuscht zu werden.  

Valpolicella 
venetisch: Valpolexela valle (lat.) = Tal poly (griech.) = viele cella (lat.) = Keller, Weinkeller
 

 

Terroir
Valpolicella ist der Name eines italienischen Weinbaugebiets in den lessinischen Hügeln nördlich von Verona und östlich des Gardasees. Durch abschmelzende Alpengletscher enstand eine  Moränenlandschaft. Lehmige Erde mit viel Kalkschotter- Einschlüssen. Besonders ist, dass viele Hügel jeweils ganz eigene Mischungen aufweisen. Das ermöglicht ganz gezielt einzigartige Rebsorten- Terroir-Kombinationen. Und garantiert so unverwechselbaren Weingenuss.