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Die Energie der Natürlichkeit.

Curto
Curto

In den hügeligen Landschaften des Piemonte, 20 Kilometer südwestlich von Alba, steht die quirlige Nadia Curto schon lächelnd auf dem Hof, als ich ankomme. „Ciao Alessandro, wie war die Reise? Atme erst mal durch.“ Entschleunigung. Entspannung. Immer wieder wundert mich, wie dieses Energiebündel einen solchen Ort der Ruhe um sich erschaffen konnte. Aber Nadia liebt es, den Prozessen ihre natürliche Zeit zu lassen. „Was glaubst Du, daraus schöpfe ich doch meine ganze Energie! Meine Familie arbeitet schon seit 60 Jahren mit diesem Land und diesen Reben. Ich dünge hier höchstens mit ein wenig Mist, entferne Unkraut mechanisch und schneide die Reben stark aus. So schone ich die Erde und stärke die Pflanzen. Und ernte beste Trauben mit feinen Säuren und prägnanten Aromen.“, erklärt mir Nadia beim Begrüßungs-Espresso.

Wir spazieren in den uralten Colline, deren Hänge ideale Bedingungen für Spitzenweine schaffen. „Le Langhe. Ein UNESCO Weltkulturerbe. Ich baue hier fast überall die Rebsorte Nebbiolo di Barolo an. Den Charakter des Weins bestimme ich dann mit der richtigen Wahl der Lage, des Terroirs und dem Veredelungsprozeß.“


 


Wir krönen meinen Besuch mit einem Abstecher in die Cantina. Mit lebendiger Selbstverständlichkeit erklärt mir Nadia dort, wie sie ihre Spitzenweine komponiert. „Für meinen Barolo La Foia lasse ich Trauben aus östlichen Lagen auf traditionelle Weise 20 Tage vergären. Natürlich mit Eigenhefen in Spontangärung. Dann wird er in grossen Eichenfässern gelagert.“

„Meinen Barolo Arborina mache ich von den Trauben der warmen Südhänge. Den vergäre ich in kürzerer Zeit, aber unter behutsamer Bewegung. Dadurch erhalten sich die frischen Aromen des Nebbiolo. Das ergibt einen Barolo der Extraklasse mit bester Lagerfähigkeit. Dieser reift dann einige Jahre in Barrique-Fässern. Provalo!“ Schon das fantastische Bouquet der verkosteten Weine belegt das meisterhafte Können Nadias. Dicht und balanciert erfreut der Geschmack meine Sinne. „Den Anbau haben mir meine Eltern Marco und Adele beigebracht, die das zum Glück schon immer so gemacht haben. Das Winzerhandwerk habe ich von meinem Onkel Elio Altare gelernt. Dank ihm produziere ich seit 2003 beste Qualität aus unseren gesunden Trauben.“
 

 

Die Lage, das Terroir und die Technik formen den Charakter des Weins.  

Le Langhe  
Die Langhe sind Teil des Barolo, einer der typischsten Landstriche des Piemonte. Hier legt man Wert auf frischen Genuss und hochwertige Verarbeitung.

 

 

Terroir
Die Erde hier ist eine Mischung aus Lehm, kalkhaltigen und bläulichen Mergel, Tuffstein, Sand und schwefelhaltigen Gipsboden. Die sogenannten „weißen Böden“, die in der Langa  vorherrschen, offerieren  körperreiche Rotweine.